Sonntag, 13.August

41.Monschau Marathon/6.Monschau Ultra


Monschau 2017 Logo large

Der Monschau Marathon bzw. Monschau Ultra Marathon ist ein dunkler Fleck auf meiner Marathonkarte. In diesem Jahr hab' ich mich, auch durch Empfehlungen einiger Lauffreunde, endlich für diesen Marathon angemeldet. Seit ein paar Jahren gibt es auch eine Ultra Variante über 56km mit insgesamt 950 Höhenmetern. Wenn schon, denn schon war noch die Devise bei der Anmeldung.........
Jetzt, ein paar Monate später ist mein Fitnesszustand immer noch mehr als bedenklich. Also wieder mal: "einfach das Ding abregeln!"

Die Jugendherberge Monschau Hargard liegt nur ein paar Kilometer vom Start/Zielgelände entfernt. Was liegt da näher, als dort die Übernachtung auf den Sonntag klarzumachen. Ein paar Tage vorher kurz ne Mail hingeschickt, bezüglich Frühstück und Abendessen. Alles kein Problem! Vegetarisches Abendessen und Frühstück ab 3Uhr morgends ist möglich! Wahnsinn!

Die DJH Monschau Hargard erweist sich als wahrer Glücksgriff! Sauber, ordentlich und ein sehr hilfsbereites Personal. Das Abendessen ist einfach, aber für den Preis mehr als ok und praktisch "all you can eat". Das Frühstück steht wie vereinbart um 3Uhr am Marathonsonntag im Kühlschrank bereit. Sogar Joghurt und Müsli sind dabei! Völlig entspannt und ohne Hektik kann ich in aller Ruhe frühstücken und zeitig zum Start fahren. Die Startunterlagen hatte ich mir bereits am Samstag abgeholt so fällt das auch noch weg. 

Die ganzen letzten Tage und auch die Nacht durch hat es geschüttet wie blöd! Ein bisschen nieseln tut's auch noch. Aber ich bleib' dabei! Laufkleidung kurz-kurz ist angesagt. Noch ein Buff um den Hals für den Anfang, 3x Gel in die Taschen gestopft und ab zur Startaufstellung! Ja aber wo ist denn die Kleiderbeutelabgabe? Die gibt's nicht! Entweder den Beutel irgendwo in die Ecke werfen, oder wieder ins Auto bringen! Jetzt wird es doch nochmal hektisch! Schnell den Beutel ins Auto und ab zum Start!


Am Samstag kann man die Marathonstrecke mit dem Mountainbike abfahren. Fast hätte ich mein Rad mitgebracht. Zum Glück hab ich es gelasen. Die Teilnehmer samt Bikes sind völligst eingesaut!
Am Samstag kann man die Marathonstrecke mit dem Mountainbike abfahren. Fast hätte ich mein Rad mitgebracht. Zum Glück hab ich es gelasen. Die Teilnehmer samt Bikes sind völligst eingesaut!
Eine Pastaparty wird im Festzelt angeboten. Ich habe mich für das Abendessen in der Jugendherberge entschieden.
Eine Pastaparty wird im Festzelt angeboten. Ich habe mich für das Abendessen in der Jugendherberge entschieden.

Gute Wahl! Es ist nicht die gormet Küche, aber dafür bekomme ich 4 Teller voll (hier Teller 1)
Gute Wahl! Es ist nicht die gormet Küche, aber dafür bekomme ich 4 Teller voll (hier Teller 1)
Portion Nummer 4! Ich bin pappsatt Für mich wird das Essen sogar extra in der Mikrowelle nochmal heiß gemacht. Sehr guter Service in der DJH Monschau Hargard
Portion Nummer 4! Ich bin pappsatt Für mich wird das Essen sogar extra in der Mikrowelle nochmal heiß gemacht. Sehr guter Service in der DJH Monschau Hargard

Perfekt! Um 3 Uhr in der Früh kann ich schon das Frühstück einnehmen! Alles steht im Kühlschrank bereit für die Marathonstarter!
Perfekt! Um 3 Uhr in der Früh kann ich schon das Frühstück einnehmen! Alles steht im Kühlschrank bereit für die Marathonstarter!
Auch im Start/Zielbereich wird für kleines Geld ein Frühstück angeboten!
Auch im Start/Zielbereich wird für kleines Geld ein Frühstück angeboten!

Start Monschau Ultra Marathon 6:05 Uhr:

Die 14 extra Kilometer des 56KM Ultralaufes gibt es gleich am Anfang obendrauf! Ein Schleifenkurs hinauf zur Hochmoorlandschaft des "Hohen Venns" und schließlich wieder zurück zum Start/Zielbereich nach Konzen. Ein paar Kilometer dieses Abschnittes werden sogar schon auf Belgischen Boden gelaufen! Mit schweren Beinen schleppe ich mich die lang ansteigenden, extrem vermatschten 130HM hinauf. Mir geht nur eines durch den Kopf: "was für eine hirnrissige Nummer mal wieder! Wie in aller Welt soll das bloß klappen?". Aber als dann die Kuppe bei KM6 erreicht ist, läuft es doch so einigermaßen. KM10 ist soweit mit 55:22min in der Zeit, bei einer angestrebten Zielzeit von Minimum Sub 6 Stunden. Aber als frisch, kann ich meinen Zustand beim KM14 Durchlauf in Konzen, nicht bezeichnen. 

Die nächsten 6km gehen fast nur runter. Bis KM20 nach Monschau, kann man es schön laufen lassen. 170 abfällige HM in der Summe. Ich staune nicht schlecht! Monschau ist ja ein richtig schmuckes Örtchen! Am Ortsausgang gibt es bereits die 20km Marke für die Ultra Läufer. 1:47:52. Alles gut im Plan! Allerdings ist es auch vorbei mit der lockeren Lauferei. Die Strecke steigt zunehmend an. 70HM für den nächsten Kilometer. Richtig heftig wird es bei KM26/27. Satte 150HM kosten ordentlich Kraft. Da kann man auch schon mal ein Stück gehen. Dabei bin ich in bester Gesellschaft! Alle, bis auf eine hartnäckige Frau gehen diesen Teil.

Endlich oben angekommen gibt es den verdienten Verpflegungspunkt. Den habe ich auch bitter nötig! Das 2.Gel muß rein, sonst ist der Ofen bald aus! Den ersten Gel Pack gab's schon bei KM18. Zwischendurch immer mal wieder die bewährten Banane Stückchen geschnappt und mit Wasser vermischt. Eine kurze Verschnaufpause gibt es im Gefälle. Doch gleich darauf geht es schon wieder rauf. Ich vernehme ständig irgendwelche Durchsagen vom Lauf. Was ist das denn? Egal, konzentrieren die KM30 Zeit steht an. 2:50:34, also immer noch im Soll.

Wir verlassen den Wald, die Strecke führt weiter im windanfälligen Feld. Jetzt kapier' ich das mit den Durchsagen! Das ist das Führungsfahrzeug mit der Marathonspitze! Die werden jetzt alle so nach und nach an mir vorbeiziehen...nicht gerade sehr aufbauend! Die Kräfte schwinden zusehend. Warum habe ich mich nur für diese 56K Ultra Variante eintragen? Marathon hätte völlig gereicht! Wie kann man nur so bescheuert sein! Da hilft auch kaum die Aufmunterung der zahlreichen Zuschauer am Brather Hof nach KM34.

Der Kurs führt wieder in ein Waldstück. Ständig auf und ab, das zermürbt. Wenig spektakulär, außer dass KM38 bis 40 direkt an der Grenze zu Belgien verläuft. 3:49:01 nach 40 gelaufenen Kilometern. Bisschen nachgelassen. Das Ziel Sub 6 Stunden scheint weiterhin machbar. Da kann man ruhig mal etwas langsamer werden. Aber gerade in meinem Zustand wäre es fatal! Ich komme ja sonst gar nicht mehr in die Gänge. Also dranbleiben, 16KM sind es noch!

Endlich wieder Zivilisation! Wir erreichen die Ortschaft Kalterherberg. Top Stimmung im Ort! Viele private Verpflegungsstellen und eine weitere Wechselzone für die Staffel. Auffällig ist auch der sogenannte Eifeldom, die katholische Pfarrkirche St. Lambertus. So ein Bauwerk hätte ich in diesem Kaff' nicht vermutet! Trotzdem, für mich wesentlich interessanter ist da der "virtuelle Marathondurchlauf" nach 42,195km. Ach du Scheiße! 4 Stunden 3 Minuten! Das ist fast schon peinlich! Aber es war ja auch nicht ganz ohne. Außerdem muß ich noch ein paar Reserven für den Schlussabschnitt übrig haben! Aber mal ganz ehrlich, diese Reserven gibt es nicht mehr!

Kalterherberg ist das typische Straßendorf. Es besteht hauptsächlich aus der Hauptstraße und die zieht sich ewig! Obwohl wir frühzeitig aus dem Ort abbiegen, zeigt der Forerunner schon KM45! Na super das geht doch! Jetzt nochmal zusammenreißen und alles raushauen auf den letzten 11km! Die nächsten 2 KM gehen auch noch. Doch nachdem das Viadukt der ehemalige Venn-Bahn durchlaufen ist, steigt die Strecke wieder an. Erst locker, dann moderat, und schließlich so heftig, dass ich ein Stück davon gehen muß! Die Sonne kommt jetzt so richtig zur Entfaltung. Da passt der Hinweis für kaltes Bier Notversorgung an einem privaten VP. Das würde mich jetzt völligst abschießen!

Kurz vor KM50 ist auch diese Hürde gemeistert. Die zahlreichen Streckenposten versichern mir: "das schlimmste ist gepackt!" Na hoffentlich! Mehr geht da auch nicht mehr! 4:50:20 am 50km Marker läßt sogar noch Spielraum auf eine Sub 5:30! Ja Wahnsinn! 6km noch im Schlurfgang, das könnte fast reichen! Nicht nachlassen! Das pack' ich jetzt auch noch mit meinen brettharten Oberschenkeln!

KM51 die ersten Ausläufer von Mützenich werden passiert. Eine Quälerei ist das! Jeder weitere Kilometer wird frenetisch gefeiert. Wenigstens wieder etwas Unterstützung an der Strecke! Und wie kann es anders sein, es kommt doch noch was! Ein knackiger Anstieg im Schlamm bei KM55! Das gibt mir jetzt den Rest! Aber auch diese allerletzte Hürde ist gepackt! Das Grinsen im Gesicht macht sich schon mal breit. Die Zeit immer noch unter 5h25m. Die Zielatmosphäre aus Konzen kann man schon vernehmen. Was für eine Nummer! Aber jetzt ist es fast durch! Noch ein paar hundert Meter! Die Zuschauer sind top in Konzen! Hier wird jeder gefeiert! Der Zielbogen kommt! 5:25:59! Da hab' ich mich doch achtbar geschlagen!


Sehr gute Zielverpflegeung. Nur das Weizen fehlt!
Sehr gute Zielverpflegeung. Nur das Weizen fehlt!
Irgendwie doch wieder hingebogen. Monschau Ultra trotz aller Probleme und Trainingsrückstand in 5:25:59 gelaufen
Irgendwie doch wieder hingebogen. Monschau Ultra trotz aller Probleme und Trainingsrückstand in 5:25:59 gelaufen

Der Monschau Marathon/Ultra ist abgehakt! Nicht lange rummachen. Zielverpflegung, Klamotten holen, duschen und 300km nach Hause fahren. Das wird auch nochmal eine Herausforderung! 

Zusammenfassung:
Veranstaltung: 41.Monschau Marathon/6.Monschau Ultra 56km am 13.August 2017
Strecke: Ultra Marathon 56km/950Hm Temperaturen: wechselhaft 12-19°C
Zeiten: Frank Schmiade TSG Grünstadt 5:25:59 Platz 53 M/W insgesamt und Platz 10 in der Altersklasse M45

Marathon Teilnehmer im Ziel
Männer: 174
Frauen: 54 gesamt: 228


Strecke:

6. Monschau-Ultra-Marathon über 56 Kilometer und 950 Hm

Ultra Zusatzstrecke:
Zunächst geht es hinauf zum “Steling“, dem höchsten Berg (658 M) der Nordeifel. Oben angekommen wartet bei Kilometer sechs eine verdiente Stärkung und mit ein wenig Glück können die Läuferinnen und Läufer einen einmaligen Sonnenaufgang mit Fernblick über das Monschauer Land bis hin zur Hohen Acht erleben. Nach einem kurzen Trail führt der Rundkurs über befestigte Wege durch die einzigartige Hochmoorlandschaft des Hohen Venns zurück nach Konzen. Hier wird das Feld der Ultraläufer mit gebührendem Applaus empfangen und auf die verbleibenden 42 Kilometer der original Monschau-Marathonstrecke geschickt.

Marathonstrecke:
Bis KM 7,5 (Holzbrücke über die Rur) ist die Strecke meist abfallend. Über Gut Stillbusch führt die Strecke hinunter in die romantisch-malerische Stadt Monschau. Nach der Holzbrücke über die Rur erwartet die Läufer der erste harte Anstieg (ca. 300m). Gleich anschließend genießen die Teilnehmer den herrlichen Blick ins tiefe Rurtal und die bewaldeten Höhen. Im kleinen Dorf Widdau applaudieren die ersten "Fans" und die ermutigenden Zurufe der Anwohner. Der folgende Rohrener Wald bietet die weitere Naturkulisse. Es gilt die stille Landschaft, ihre Schönheit und die sich immer wieder bietenden atemberaubenden Aussichten zu genießen. Im Hölderbachtal erlebt der Läufer die mächtigste Steigung der Strecke (zw. KM 12 und 14). Weniger trainierte Teilnehmer sollten eine Gehpause einlegen. Das wird sich beim weiteren Verlauf der Strecke positiv auswirken. Der MONSCHAU-MARATHON wird ja schließlich nicht wegen einer Bestzeit angegangen, sondern ist ein guter Trainings-Lauf oder als ein Naturerlebnis anzusehen. Es ist sicher sinnvoller, die Eindrücke so richtig wirken zu lassen, statt den Körper zu überfordern. Der große Verpflegungssatz bei KM 14 gibt dann wieder neue frische Kraft. Bei KM 19 ist die Höhe erreicht (ca. 500m), wo in der Regel ein angenehmer kühler Wind herrscht.

Am Brather Hof (B258, KM 21) ist der schwierigste Teil überstanden und wer die Kräfte gut eingeteilt hat wird die 2. Hälfte eine kürzere Zeit laufen. Viele Zuschauer (Betreuer, Einheimische, etc.) finden sich hier am Brather Hof, der großen Verpflegungsstellen, um zu ermutigen, zu betreuen, "geheime Wässerchen" zu verabreichen. Das anschließende Naturschutzgebiet "Fuhrtsbachtalbachtal" ist wieder eine Augenweide, ein Naturerlebnis des Naturparks Nordeifel. Gut Heistert (Pension und Restaurant bei KM 26,5) ist ein weiterer High-Punkt beim MONSCHAU-MARATHON, ein Verpflegungs-Stützpunkt mit begeisternden Zuschauern. Ab KM 28 (Ortsbegin Kalterherberg) beginnt die Highlight-Motivation für die Läufer. Der ganze Ort ist motiviert, Oma, Opa und die Kinder tun ihr möglichstes um die Marschierer und Läufer zu stärken, zu ermutigen (Getränke aller Art - Gartensprühanlagen für die Kühlung etc.). Mancher Sportler oder Sportlerin hat hier schon mal einen echten Kalterherberger Els gekostet und sich damit gestärkt. Durch diesen Ort zu laufen ist recht angenehm, weil die Straße immer ein leichtes Gefälle hat. So kann der Teilnehmer besser alles wahrnehmen (Eifeldom KM 30,2).

Nachdem das schattige Rurtal , die Steinbrücke, Gut Reichenstein und das Viadukt passiert ist wartet beim Hotel Leyloch ein Wasserstand. Verkehrsfrei (wie fast auf der ganzen Marathonstrecke) geht es dann später am östlichen Rand von Mützenich unter schattenspendenden Bäumen entlang. Hier bietet die Strecke einen phantastischen Überblick über das Monschauer Heckenland. Der letzte offizielle Verpflegungsstand wurde um ca. 150m vorverlegt, Sie finden ihn jetzt unmittelbar hinter dem "Honigzelt".

Nachdem bei KM 39,1 Hotel Bellevue passiert ist, geht's abwärts in Richtung Rochusmühle und zum Troisdorfer Weiher, um dann den letzten Anstieg (KM 41) mit ca. 200m Länge zu meistern. Die Konzener Kirche ist dann auch zu sehen und das Ziel ist sehr nahe. Jeder Teilnehmer wird stürmisch mit Namensnennung über Lautsprecher begrüßt und nun beginnt der zweite Teil der Marathon-Veranstaltung, das Marathon-Dorf-Fest mit alten Freunden, Bekannten, Begleitern und der Dorfbevölkerung aus Konzen. Hier fällt es leicht im Kreise der Monschau-Marathon Familie Erholung zu finden. Das Naturerlebnis MONSCHAU-MARATHON endet nicht auf der Ziellinie, es wird abgerundet durch das einzigartige Miteinander danach.