Sonntag, 23.April 2017

32.Hamburg Marathon


Hamburg 2017 Logo large

Der 4.Start in der Hansestadt über die 42,195km. Endgültig vorbei ist es diesmal aber mit der Jagd auf Sub3. Genau auf diesem Kurs gelang mir das in 2014 und 2015. Die Marathonzeit hat sich inzwischen um satte 20 Minuten verschlechtert! Trotz Reduzierung von Training keine Erholung. Ganz im Gegenteil. Ich werde das Gefühl nicht los, dass es immer beschissener wird. Egal, Hamburg wird ne Megasause vom feinsten. Denn die beiden guten Laufkumpels Jonas und Dirk von der LT Bittermark Dortmund haben sich auch angemeldet, und wir sind im gleichen Hostel!

Samstag:

Diesmal muß ich mich um gar nichts kümmern! Meine Startunterlagen, Brötchen und eine paar Biere sind schon von Jonas und Dirk organisiert! Also nur in die Unterkunft und einchecken! Prima! Das ist Service vom feinsten! Aber wie es halt so ist, es kommt immer was dazwischen. Erst hat die Bahn etwas Verspätung, dann ist der Zustand von meinem Mehrbettzimmer mehr als bescheiden….sieht fast so aus, als wären die Mitbewohner extreme Hamburg Party Gänger! Das geht gar nicht für das Marathonwochenende! An der Rezeption hat man Verständnis dafür und es gibt ein viel besseres Mehrbettzimmer mit ganz normalen Zimmerkollegen/innen! Ein lobenswertes entgegenkommen vom A & O Hostel. Nachdem der erste Schock verdaut ist, kann es also gleich zum gemütlichen Teil übergehen. Carboloading, Bundesligafussball und noch ein paar entspannende Bierchen. Um 23 Uhr wird geschlafen! Der Läuferbeutel und auch der Frühstücksbeutel sind schon fix und fertig gepackt Wir wollen ja morgen in aller früh, niemanden stören!


Das war schon mal besser beim Hamburg Italiener des Vertrauens.
Das war schon mal besser beim Hamburg Italiener des Vertrauens.
Alles schon gepackt für den Marathon und das Frühstück
Alles schon gepackt für den Marathon und das Frühstück

Sonntag 23.April:

Ganz ohne Wecker werd' ich um 5:00Uhr wach. Schlaf ging so. Mit Unterbrechungen fast 5,5 Stunden! Immer noch besser als unter der Woche. Treff ist um 6Uhr in der Lobby zum gemeinsamen Frühstück. Da staune ich nicht schlecht! Alles schon aufgebaut und tip top vorbereitet. Die Buben sind schon fleißig am kauen. Michael, ein Läufer aus Utrecht hat sich uns angeschlossen. Er will auf Sub 3 gehen! Wir dagegen machen eher auf "easy going" mit respektabler Zielzeit. Ist mir nur recht! Mehr ist da im Augenblick bei mir sowieso nicht drin.

Mit der U-Bahn zum Startplatz am Messeturm. Erst mal falsch gelaufen! Der ganze Nachzielbereich mit der Kleiderbeutelabgabe befindet sich diesmal wegen Umbauten in einer anderen Halle! Macht nix, es ist noch alles in der Zeit. Es ist arschkalt! Schön eingemummelt mit langarm Shirt, Handschuhen und Buff Tüchern, stehen wir alle zeitig im B-Block für die Sub3. Michael haben wir einfach "mit eingeschleust". Aus dem C-Block läuft's du keine Sub3! Dafür ist es zu voll in Hamburg!


Einwandfrei! Jonas und Dirk haben schon alles für das Frühstück hergerichtet
Einwandfrei! Jonas und Dirk haben schon alles für das Frühstück hergerichtet
Schallendes Gelächter in der U-Bahn zum Start nach meinem Ausruf "Auf ihr Buben Sub3!" Da gibt es gar nix zu lachen! Jonas und ich sind hier bereits unter 3 Stunden geblieben. Unserem Freund aus Utrecht wird es heute mit 2:57:03 auch gelingen!
Schallendes Gelächter in der U-Bahn zum Start nach meinem Ausruf "Auf ihr Buben Sub3!" Da gibt es gar nix zu lachen! Jonas und ich sind hier bereits unter 3 Stunden geblieben. Unserem Freund aus Utrecht wird es heute mit 2:57:03 auch gelingen!

Die letzten Vorbereitungen zum Start laufen
Die letzten Vorbereitungen zum Start laufen
Zuversicht vor dem Start
Zuversicht vor dem Start

Der Startschuss fällt genau um 9Uhr. Die ersten Meter sind bereits anstrengend. Meine Füße sind tiefgefroren, kein Gefühl in den Zehen! Na super, das hab ich mir alles etwas schöner vorgestellt. Es kommt aber noch viel besser! Grade mal so die Reeperbahn erreicht und den ersten Kilometer in schlechten 4:45min abgedrückt. Da fängt doch mitten im April ein Eishagel an! Mir reicht es jetzt schon! Die Stimmung im Feld ist auf dem Nullpunkt angekommen! Die Lage bessert sich erst bei dem westlichsten Wendepunkt der Strecke in "Othmarschen". Da sind schon 6km gelaufen! Ich bin froh, dass wenigsten meine Schuhe noch nicht komplett durchgeweicht sind. Zu loben sind hier wirklich die Hamburger Zuschauer an der Strecke! Die harren aus!

Für den Abschnitt runter zum Hafen, läßt sich die Sonne wieder blicken! Da kommt in der noblen Elbchausee Freude auf! KM10 nach durchschnittlichen 47:14 Minuten passiert. Wie in jedem Jahr ein absolutes Stimmungsnest beim Fischmarkt und den Landungsbrücken. Neu ist in 2017, dass der Blick auf die Elb-Philharmonie, uns diesmal ein fertiges Gebäude präsentiert! Doch Vorsicht! Nicht so viel in Gegend rumschauen. Die Laufspur wird wegen Bauarbeiten in der Mitte durch Warnpfosten getrennt! Und rums, da hat es den ersten auch schon zerrissen! Ein Läufer ist direkt gegen einen Warnpfosten geknallt. Jetzt liegen beide am Boden. Er bewegt sich, aber das sieht sehr schmerzhaft aus! Ich hoffe da ist nicht viel passiert und er kann weiterlaufen.

Im weiteren Abschnitt entlang der HafenCity, durch den Wallringtunnel und schließlich bis zur Umrundung der Binnenalster kann ich die Pace noch um die 4:40min/km halten. Doch der Kräfteverschließ ist enorm hoch. Auch die leicht gereizte linke Achillessehne mit dem Sprunggelenk meldet sich. Kann man aber noch als "unbedenklich" einstufen! Los komm' der HM Durchlauf unter 1:40 muß drin sein! Bei KM18 am Ostufer der Außenalster zieht sich der Himmel schon wieder bedenklich zu, und der Wind bläßt auch noch von der Seite. Das gibt für den Abschnitt in Uhlenhorst nur noch 4:45'er Runden.

Nochmal alles reinhauen! Eine ordentliche HM Zeit ist ein neuer Motivationsschub! Der erste VP mit Gel Versorgung wird noch passiert. Hier gibt es wirklich alles! Da läßt sich Hamburg nicht lumpen! Eigentlich braucht man gar nichts mit auf die Strecke zu nehmen! Wasser, Iso, Bananen und High5 Gel! 1:39:18 für die erste Hälfte! Das geht doch!

Wie erwartet, ist die Luft jetzt raus! Dann geht im Abschnitt Barmbek auch noch der Scheiß Eishagel wieder los! Die Pace geht verdächtig auf die 4:50min/km. Aber irgendwie spult man dann doch das Marathonprogram wie gewohnt ab. Der KM30 Durchlauf in Ohlsdorf nach 2:22:18, ist nach wie vor im Soll für eine ordentliche Endzeit. Trotzdem, das ist heute echt Quälerei! Der Eisregen hat zwar aufgehört, aber diese Windböen sind einfach zum kotzen! Mann! 12km noch zu gehen. Ich bin platt wie ein Eimer!

Das ist alles am Limit! Mal wieder so ne durchhalte Mission wie immer! Fokus auf die Rundenzeiten. Bloß nicht über 5min/km! Das wäre zu früh! Alstersdorf ist durch, Eppendorf mit km36 erreicht! Rundenzeit um die 4:55min/km passt noch! Dirk und Jonas kann ich weit vor mir ausmachen. Komm' aufschließen! Mal hören was da los ist! Der Trainingsrückstand von Dirk ist einfach zu groß. Er muß etwas locker lassen. Das ist immer noch eine sehr respektable Leistung! Ich ziehe vorbei, muß jetzt meinen Rhythmus beibehalten. Die Stimmung am "Eppendorfer Baum", der Monster Powerpoint des Hamburg Marathons schlechthin, hilft zusätzlich. Aber es war hier auch schon mal mehr los! Was will man auch verlangen, bei dem drecks Wetter! Die Hamburger geben wie gewohnt alles!

Mit dem Gefälle und dem Motivationsschub vom "Eppendorfer Baum", geht es runter zur Außenalster. Die Füße brennen, alles tut weh, aber bald ist das Ding hier durch! Die noblen Villen vom Hamburger Rotherbaum nehme ich kaum mehr wahr! Wir sind kurz vor KM40. Ich kratze am 5'er Schnitt, im Kopf läuft längst das Marathon Finish Programm! Abzweig Richtung "Dammtor". Der letzte sehr umfangreiche VP ist gut gemeint, aber was soll das jetzt noch bringen? Konzentrieren auf die letzte Steigung! 4:53min für KM41! 3:16:01 auf der Uhr. Da brennt nix mehr an! So jetzt die Steigung! Kleine Schritte, Blick zum Messeturm und einfach nur weiterlaufen! Viele haben diese letzte Hürde nicht auf dem Schirm und müssen gehen! Ich kenn' das alles schon und bin entsprechend "geimpft". Die letzten Meter zum Finish mit dem Hintergrund vom Messeturm. Das war hart, aber mal wieder gepackt! Nach 3:22:40 ist die Ziellinie passiert!

Die Zielverpflegung, gesponsert von REWE läßt kaum Wünsche offen. Mitten im April werden Melonen ausgegeben! Versteht sich von selbst, dass ich alleine so ein Ding weghaue! Schnell noch geduscht, zurück ins Hostel. Dort warten nämlich Dirk und Jonas schon. Das Entspannungsprogram kann starten! Ab zum "Empire of Döner". Salatdöner zur Stärkung, Dosenbier zum anstoßen! 


Den Eishagel von Hamburg in 3:22:40 überlebt!
Den Eishagel von Hamburg in 3:22:40 überlebt!
Auch Dirk und Jonas sind gut durch das Hamburger "Schietwetter" gekommen. Darauf erstmal einen abgehuft!
Auch Dirk und Jonas sind gut durch das Hamburger "Schietwetter" gekommen. Darauf erstmal einen abgehuft!

Die erste Stärkung hat nicht lange angehalten. Wir brauchen was ordentliches! Der Hamburg Italiener unseres Vertrauens bekommt die 2.Chance zur Wiedergutmachung des eher mittelfähigen Carboloading von gestern Abend. Nach kurzer Erklärung bei der Bestellung, hat er alle Wünsche aufgenommen und wir werden nicht enttäuscht! Nach dem Essen geht's zur "Grotte Rockbar" mitten in St.Pauli. Dort wird anständig abgehuft. Als Abschluss gibt's nochmal ein Salat Döner mit nem Kaffee! 


Hamburg 2017 abgehakt! Jetzt darf abgehuft werden!
Hamburg 2017 abgehakt! Jetzt darf abgehuft werden!
Na also geht doch! Die käsefreie Gemüsepizza Pizza ist top und entschädigt für die mäßigen Spaghetti Aglio Olio von gestern Abend
Na also geht doch! Die käsefreie Gemüsepizza Pizza ist top und entschädigt für die mäßigen Spaghetti Aglio Olio von gestern Abend

Metal, Weizenbier und gute alte Zeit Atmosphäre! Pflichtbesuch für Hamburg ist die Kultbar "Grotte Rockbar".
Metal, Weizenbier und gute alte Zeit Atmosphäre! Pflichtbesuch für Hamburg ist die Kultbar "Grotte Rockbar".
Wie immer zum Schluss! "Empire of Döner" am Berliner Platz. Ohne den Salatdöner geht's nicht heim!
Wie immer zum Schluss! "Empire of Döner" am Berliner Platz. Ohne den Salatdöner geht's nicht heim!

Daten vom 32.Hamburg Marathon:

Frank Schmiade TSG Grünstadt 3:22:40 M/W gesamt: 1823; M gesamt: 1682;  AK M45: 329

Marathonfinisher: 11.945


Strecke des Hamburg Marathons 2017:

Start und Ziel ist direkt vor dem Haupteingang zur Messe. Bereits die ersten Kilometer sind ein absolutes Highlight. Auf der sündigen Meile Hamburgs die Reeperbahn, vorbei an den Tanzenden Türmen. Die Prachtstraße "Elbchaussee" entlang der Elbe erlaubt immer wieder neugierige Blicke auf Hamburgs Hafen, das Tor zu Welt. Entlang des Fischmarkts und den altehrwürdigen St. Pauli Landungsbrücken rücken die Elbphilharmonie der modernen Hafencity sowie die alten Backsteingebäude der Speicherstadt ins Blickfeld. Nach Durchquerung des Wallringtunnels geht es über Ballindamm, Jungfernstieg sowie Neuer Jungfernstieg durch das Herz der Stadt. Anschließend lässt sich von der Lombardsbrücke eine der schönsten Aussichten Hamburgs über die Binnenalster genießen. Am feudalen Ostufer der Außenalster verläuft die Strecke über die Sierichstraße in Richtung Stadtpark, der grünen Lunge Hamburgs. Durch die architektonisch interessante City Nord erreichen die Läufer bei tosendem Applaus den nördlichsten Punkt der Strecke in Ohlsdorf. Über Maienweg und Alsterkrugchaussee geht es in Richtung „Hexenkessel“ Eppendorfer Baum – hier werden die Teilnehmerinnen und Teilnehmer traditionell frenetisch empfangen. Nach einem kurzen Abstecher an das Westufer der Alster lässt sich im Stadtteil Rotherbaum das Ziel bereits erahnen. Mit festem Blick zum Fernsehturm ist in der Karolinenstraße an der Hamburg Messe das Ziel erreicht.