Sonntag, 4.Mai 2014

29.Hambrug Marathon


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Beim Düsseldorf Marathon hat es sich gezeigt, dass ich wieder so langsam in die Spur komme. Mit einer Endzeit von 3:02:58 und bis KM25 im Zeitplan von Sub3, da ist mehr drin. Schon auf der Strecke in Düsseldorf bei KM30 habe ich zu zwei Läufern gesagt, "heute wird das hier nix mehr mit der Sub3. Ich werde nächste Woche in Hamburg nochmal versuchen". Die haben wohl gedacht, der Typ spinnt komplett! Aber das war mein voller Ernst!

Sonntags abends nach dem Düsseldorf Marathon, gab es nochmal 2 Weizen und Schokolade als Belohnung. Bereits am Montag war wieder Schluss damit! Jetzt alles für Hamburg!

Die letzte Woche vorm Hamburg Marathon:

So - 42,2km Düsseldorf Marathon in 3:02:58
Mo - 13,6km joggen - die schweren Beine wieder locker zu bekommen
Di - 11,4km mit etwas Tempo (4:50min/km)
Mi - 12,7km Intervall 3x1500 im MT zum Test ob 4:15'er Pace machbar ist
Do - 13,4km joggen - nur noch locker
Fr - Pause
Sa - Anreise nach Hamburg

Unter der Woche mit Laufkumpel Jonas aus Dortmund einen Treff in Hamburg klargemacht. Wir werden zusammen mit Pace 4:15 anlaufen und dann mal sehen wie lange das geht. Soweit der Plan.

Samstag 3.Mai

Reibungslose Anreise mit der Bahn. Pünktlich um 15:30Uhr am Hamburger Hauptbahnhof angekommen. 20 Minuten Fußweg zum Hostel am Berliner Tor. Prima in der Zeit! Und das ist auch gut so, denn im Hostel hat sich eine ewige Schlange zum einchecken gebildet. Messe hat bis 19Uhr auf. Alles noch im Plan. Zur Not gibt es beim Hamburg Marathon, einen Notschalter am Sonntagmorgen, für alle die es aus irgendwelchen Gründen nicht mehr rechtzeitig am Samstag schaffen. Das wird nur durch einen kleinen Hinweis in der Anmeldung erwähnt. Man will bewusst vermeiden, dass es am Sonntag noch zu Warteschlangen und Panik kommt.


Mehrbettzimmer im HO Hostel für 30Euro pro Nacht. Liegt halt sehr zentral, 20min vom Hauptbahnhof
Lange Warteschlange beim Einchecken im Hostel

links: Mehrbettzimmer im HO Hostel für 30€ pro Nacht. Liegt halt sehr zentral, 20min vom Hauptbahnhof
rechts: Lange Warteschlange beim Einchecken im Hostel


Das Hostel liegt ideal. Mit der U2 erreiche ich in wenigen Minuten die Messehallen. Die Messe ist groß, allerdings kein Vergleich zu Berlin oder Frankfurt. Die Startnummernausgabe erfolgt ohne Wartezeiten. Überaus freundliche Helfer erklären jedem nochmal den weiteren Ablauf. Am Mizuno Stand nehme ich mir die Sub3 Marschtabelle mit, und hänge die gleich mal an den Kleiderbeutel ran. Abendessen erfolgt im Bella Roma. Ein super Lokal. Leckerer Salat mit Brötchen und eine Riesenportion Spaghetti aglio olio. Total vollgefressen geht es zurück in die Unterkunft. Das war selbst für mich zu viel Nudeln. Die Sachen für morgen sind schnell gepackt. Nochmal die KM Zeiten jenseits der HM Marke studiert und dann ab ins Bett. Das Einschlafen fällt mir schwer. So ein blödes Bett. Wie man sich auch dreht und wendet, es tut immer der Rücken weh. Jetzt bloß nicht sowas denke ich mir. Gerade war ich diesen LWS Mist los geworden und jetzt geht das wieder los. Erst spät nach 1 Uhr schlafe ich endlich ein.


Der Zieleinlauf für morgen. Das sieht doch schon mal gut aus!
Die Hamburger Messehalle mit dem Marathonzentrum

links: Der Zieleinlauf für morgen. Das sieht doch schon mal gut aus!  rechts: Die Hamburger Messehalle mit dem Marathonzentrum


Gleich am Eingang ein Stand vom Bremen Marathon
Durch das Tor zur Startnummernausgabe, sehr schön!

links: Gleich am Eingang ein Stand vom Bremen Marathon  rechts: Durch das Tor zur Startnummernausgabe, sehr schön!


So, dann bis morgen früh an gleicher Stelle
Bella Roma, meine Wahl für das Karboloading in Hamburg

links: So, dann bis morgen früh an gleicher Stelle  rechts: Bella Roma, meine Wahl für das Karboloading in Hamburg


Salat mit zwei Brötchen vorweg
dann Megaportion Spaghetti aglio olio

links: Salat mit zwei Brötchen vorweg  rechts: dann Megaportion Spaghetti aglio olio


Sonntag 4.Mai

Wie immer um 5 Uhr aufgestanden. Ich hab's gewusst. Der Rücken tut weh! Dieses Drecks Bett! Egal, ich kann es sowieso nicht mehr ändern. Schnell fertig gemacht, Läuferbeutel und Frühstück geschnappt. Raus aus dem Zimmer, dass die anderen weiter pennen können. Das Frühstück nehme ich im Aufenthaltsbereich vom Hostel zu mir. Die Banane hat schon ganz schön gelitten, schmeckt matschig und schlecht. Ich hoffe das hat keine Folgen. Kaffee gibt es für viel Geld aus dem Automaten.


alles schon am Vorabend gepackt
Standard Frühstück wie immer

links: alles schon am Vorabend gepackt  rechts: Standard Frühstück wie immer


Noch vor 7 Uhr mache ich mich auf den Weg zur U-Bahn. Alles leer! Auch auf dem Messegelände ist noch nichts los. Lediglich ein paar Läufer/innen nutzen den Notschalter für die Startnummernausgabe. Jetzt muß ich warten. Aber besser zu früh, als nicht mehr rechtzeitig im Block. Ja und wer glaubt es denn? Da läuft mir Joachim Dittrich, der südhessische M60 Lokalmatador über den Weg. Läuft alles was kommt, gewinnt meistens die Altersklasse und raucht hinterher erst mal ein Kippchen. Er hat den Nachtbus nach Hamburg genommen und will jetzt um die 3:15 laufen!

So langsam wird es Zeit für mich. Den Beutel weg und raus ins Starterfeld. Ein kurzer Lauf Test verheißt nicht Gutes. Der Rücken schmerzt im LWS Bereich. So ein Dreck! Bleibt nur zu hoffen, dass es sich beim Laufen ausbelenden lässt. Die Knieprobleme waren ja so halbwegs im Rahmen. Aber das jetzt mit dem Rücken, könnte ein echtes Problem werden. Als Schuh kommt wieder der neutrale Mizuno Wave Precision 13 zum Einsatz. Jonas hab ich nun auch entdeckt. Trotz weit über 17.000 (incl. Staffeln) Startern klappt der vereinbarte Treff im Block gleich hinter der Elite. Nochmal kurze Absprache. Alles bleibt wie gehabt: Pace 4:15 anlaufen und solange halten wie es geht. Die Bedingungen sind brauchbar, ja geradezu ideal! 7-10°C, der Himmel ist bewölkt. Klaus Duwe von Marathon4you schaut nochmal schnell vorbei. Er warnt uns vor dem letzten Anstieg bei KM41. Wie Anstieg? In Hamburg? Ja, topfeben wie in Berlin ist das hier nicht.


Südhessens M60 Lokalmatador Joachim Dittrich will um die 3:15 laufen
Läuferbeutel weg und raus in den Block

links: Südhessens M60 Lokalmatador Joachim Dittrich will um die 3:15 laufen  rechts: Läuferbeutel weg und raus in den Block


Start

Pünktlich um 9 Uhr wird der Start runter gezählt. Es fällt aber kein Schuss, sondern die Schiffsglocke wird geläutet. Das hat schon mal was! Sehr eng geht es auf den ersten Metern zu. Gleich der Abzweig in die Classischausse, ein kurzer Blick rüber zum Millerntor Stadion vom FC St.Pauli. Ein Hacken und Stechen ist das um jeden Meter Boden. Trotzdem können wir die angepeilte Pace laufen. Die Rückenschmerzen halten sich beim Laufen in Grenzen und können ausgeblendet werden. KM1 hab ich glatt übersehen und bei KM2 sind wir auch schon mittendrin, in St.Pauli auf der weltbekannten Reeperbahn. 4:11min/km als Anfangstempo ist fast schon zu schnell. Ein langgezogener leichter Anstieg nach der Reeperbahn über Altona bis nach Ottensen, nimmt erst mal Tempo raus und kostet Kraft. Ganz nebenbei erzählt mir Jonas, dass er heute Geburtstag hat! Ja wie geil! Hamburg Marathon laufen am Geburtstag! Ein schöneres Geschenk kann ich mir nicht vorstellen.

Die erste Messmarke bei KM5 zeigt eine 21:05min. Das sind 14 Sekunden vor Plan und 4:13'er Schnitt. Passt! Diese 3km leicht rauf haben mir ganz schön zugesetzt. Zum Glück ist die Strecke jetzt abschüssig. Das muß ich erst mal zum erholen nutzen. Es kommt anders. Volles Programm weiter, KM6 mit 4:02min abgedrückt. Westlichster Teil der Strecke ist erreicht. Es erfolgt die Wende in Othmarschen. Weiter in der noblen Elbchaussee. Das Feld hat sich immer noch nicht auseinandergezogen. Jeder Verpflegungsstand wird zum Abenteuer. Plötzlich bremsende Läufer, wenn nur irgendwo ein Wasserbecher zu sehen ist. Wie wollen die denn ne Sub 3 laufen, wenn an den Ständen schon über ne Minute drauf geht? Mir ist das zu riskant, komme nicht ran an den Tisch. Also lasse ich es lieber sein. Ich muß nicht an jedem Stand trinken. Jeder 2. reicht auch. Es ist ja nicht warm heute. Jonas hat das wohl mitbekommen und bringt mir tatsächlich einen Becher mit. Was für ein Service! Super!

Langsam erhole ich mich von der Steigung aus KM2-5. Und das bei einer Pace um die 4:12min/km. Ich fühle mich wesentlich besser als vor einer Woche in Düsseldorf an gleicher Stelle. Die 10km Messmatte drücke ich bei 41:55min ab. Optimal! Und jetzt geht es auch nochmal runter. Eine top Stimmung ist hier an der Strecke. Immer wieder der Ausblick auf den Hafen. Das macht Spaß! 4:04min für KM11. Nicht zu euphorisch werden, ganz cool bleiben! Was runtergeht, geht auch wieder rauf. Der Marathon ist noch lang! Aber wie soll man da normal bleiben. Die Zuschauerunterstützung an den St.Pauli Landungsbrücken ist der Hammer. Super Hamburg! Daumen hoch!

Mit 4:11'er Pace in die Hafencity. Die Strecke wird enger. Der nächste Verpflegungspunkt kommt. Was für ein Chaos, das gebe ich mir nicht und laufe absichtlich ganz links. Doch die breite Masse drückt und rempelt was das Zeug hält. Irgend so ein Idiot säbelt mir von hinten die Beine weg. Ich komme auf dem nassen Asphalt ins schlittern und klatsche voll auf den Asphalt. Schnell wieder aufgerappelt und sofort weiter. Der Ellbogen blutet, weitere Schürfwunden an der Hand gibt es noch mit dazu. Super! Ich bin total bedient. Der rechte Außenknöchel meldet sich auch noch ein bisschen. Auf egal weiter, wenn die Blutung am Ellbogen aufhört ist alles gut. Jonas kommt wieder von hinten angerauscht und bringt Wasser mit. Bisschen trinken, den Rest kippe ich auf den wunden Ellbogen. Mehr kann ich jetzt nicht machen.

Weiter durch den Wallringtunnel zum Ballindamm an der Binnenalster. Vorher noch die KM15 Messmatte bei 1:02:48 abgedrückt. Schon 50 Sekunden dem Plan voraus. Die Blutung am Ellbogen scheint gestoppt zu sein. Die Schürfwunden brennen halt, aber ich kann ohne Einschränkungen weiterlaufen. Ein super Ausblick auf die Binnenalster. Abzweig auf den Jungfernstieg. Wenn man scharf nach links blickt, kann man das Hamburger Rathaus im Augenwinkel sehen. Ein Highlight jagt den anderen. Dazu noch die tolle Stimmung hier im Herzen von Hamburg.


Landungsbrücken bei KM12. Bildquelle: Amruthgen
die Binnenalster wird umrundet. Bildquelle: Gunnar Ries

links: Landungsbrücken bei KM12 Bildquelle: Amruthgen
rechts: die Binnenalster wird umrundet  Bildquelle: Gunnar Ries


Weiter zum Neuen Jungfernstieg. Es wird immer enger auf der Strecke. Das scheint aber nur dieser Abschnitt zu sein. Auf der Lombardsbrücke zwischen Binnenalster und Außenalster gibt es wieder etwas mehr Platz. Ein Läufer im blauen Shirt von der LC Olympia Wiesbaden kommt mir bekannt vor. Ja genau, wir sind zusammen den Berlin Marathon gelaufen. Kurzer Plausch und weiter geht's. Das läuft aber auch. KM16 und 17 in je 4:12min/km gelaufen. Beim nächsten Verpflegungsstand wird es Zeit für das erste Gel. Der Abschnitt am Ostufer der Außenalster ist breit. Kein Problem am VP das nötige Wasser zum Gel aufzunehmen. Jonas erzählt mir plötzlich, er hat außer Schmerztabletten nichts dabei. Ob die denn auch Gel hier ausgeben an den VP's? Ja ich glaube ab KM20 gibt es Gel von Squeezy. Ein riskantes Unterfangen, sich hier irgendein nicht erprobtes Gel reinzudrücken. Ich sag noch, hier nimm erst mal mein 2.Gel, du brauchst jetzt was. Aber Jonas lehnt ab, will am nächsten VP ein Squeezy schnappen, das passt schon!

Durch den Stadtteil Uhlenhorst weiter zum Halbmarathondurchlauf. Jetzt wird es sich zeigen, ob wir eine reelle Chance auf die Sub3 haben. Die 3 Stunden Pacer, welche erst sehr schnell angegangen sind, haben wir eingeholt. Aber die Traube von Läufern, die an denen kleben nerven nur noch. Da ziehen wir jetzt vorbei, das kann ich nicht brauchen. Die Kräfte lassen etwas nach, aber es wäre auch seltsam wenn das nicht so wäre. Erfahrungsgemäß ziehe ich nochmal vor dem HM Durchlauf an, um eine gute HM Zeit auf der Uhr zu haben. Das bringt mir zu mindestens einen psychologischen Vorteil.

Der HM Durchlauf. 1:28:30. Wahnsinn! 1:20min schneller als vor einer Woche in Düsseldorf. Die Zeit passt für die Sub3, aber es wird zäh. Eine leichte Steigung zum Stadtpark rauf lässt uns das extrem spüren. 4:18min für KM22. Der VP kommt. Jetzt muß es klappen mit dem Gel für Jonas. Aber die Helfer pennen, anstatt das Gel anzureichen. Also gibt es nur eine Möglichkeit. Erstmal gibt's mein 2.Gel für Jonas und am nächten VP wird nachgeladen. KM23 mit 4:14min ist wieder im Soll.

Um den Stadtpark rum ist es leicht abschüssig. Zeit zum erholen. Trotzdem mit 4:08min für KM24 wieder ein Ausrufezeichen gesetzt. Das läuft vom Gefühl her nicht mehr so rund. Mittlerweile führt die Strecke durch Barmbek Nord. Der 25'er Marker mit 1:45:03 zeigt dass wir nicht nachgelassen haben, aber Jonas klingt gar nicht mehr so zuversichtlich. Ich will das hier auf jeden Fall durchziehen. Erst mal weiter zum nächsten VP. Diesmal schafft es Jonas ein Gel zu ergattern. Ich gehe leer aus. Die stehen da aber auch wie angewurzelt. Aber alles kein Problem. Jonas läuft auf der 1.Gel Strategie und überläßt mir das Ding. Na super, dann passt ja alles wieder.   

Abzweig in die Hebebrandstraße rüber nach Alsterdorf. Die letzten beiden KM gerade so in 4:15min gelaufen. Immer wieder kann man das trippeln der Pacemaker samt Anhang hören. Die dürfen hier auf keinen Fall vorbei! Das wäre fatal. Lieber anziehen und den ganzen Pulk hinter sich lassen. KM28 das 2.Gel muß rein. Squeezy, bäh widerlich und liegt schwer im Magen. Egal wird klappen, eine Alternative gibt es nicht!

Ungläubiges staunen bei KM29. 4:10min stehen auf der Uhr. Das läuft ja immer noch! Jonas läßt jetzt leicht abreißen. So wie es aussieht muß ich das Ding jetzt alleine durchziehen. Bis fast km30 eine super Zusammenarbeit. Jonas hat noch Trainingsrückstand und wollte eigentlich erst in 2 Wochen beim Viva West Marathon die Top Zeit raushauen. Das kann ich Ihm wirklich nicht hoch genug anrechnen, dass er die Pace so lange mitgegangen ist, anstatt schon vorher Tempo rauszunehmen!

Weiter am Alsterufer. Der nächste markante Punkt kommt. Die KM30 Messmatte. 2:06:11. Mal rechnen.....das sind 1:47min vor dem Plan! Noch 12km zu laufen. 4:22'er Pace würde jetzt reichen. Das muß ich heute einfach packen! Der nördlichste Punkt der Strecke ist in Ohlsdorf erreicht.
 Ich bekomme leichte Seitenstechen! Das Squeezy Gel! Mist! Ganz locker bleiben, und beim auftreten mit dem rechten Fuß ausatmen. Na bitte, schon am nächsten KM Marker ist das Problem nicht mehr da. 4:13min für KM32. Wie kann ich bloß noch solche Zeiten laufen? Ich bin schon längst total im Eimer!

Über Maienweg und Alsterkrugchaussee geht es in Richtung Eppendorf. Der Läufer der LC Olympia Wiesbaden taucht plötzlich wieder auf. "Alles ok?" fragt er. "Na ja, bin ganz schön platt!" Aber er meinte eigentlich den Sturz in der Hafencity. Also das habe ich komplett ausgeblendet. Überhaupt, Knie, Rückenschmerzen, alles irgendwie nicht da. Nur der Kräfteverschleiß, der ist extrem. Ich laufe am Anschlag, das ist jetzt genau der Punkt, wo ich unbedingt dran bleiben muß. Ich hänge mich ran. KM33 in 4:13 und KM34 in 4:09min. 

Die Batterien sind leer. Die Oberschenkel werden hart. Mit jedem Schritt merke ich mehr und mehr den Düsseldorf Marathon. "Auf jetzt! Reiß dich zusammen! Wenn du hier die Sub3 läufst, dann stellt du wieder mal alle Trainingstheorien auf den Kopf!" Kämpfen! KM35 Messmatte. 2:27:14! Über 2 Minuten vor dem Plan und noch 7km zu laufen. Egal wie, das ziehst du jetzt durch! Solch eine Chance wird es so nicht mehr geben. Weiter runter zum Eppendorfer Baum, dem Zuschauer Hotspot schlechthin beim Hamburg Marathon. Von alles Seiten Anfeuerung. Ewig lange Zuschauerspaliere. Das ist wirklich klasse! Danke Hamburg, das habe ich gebraucht! Da haue ich sogar nochmal ne 4:08min für KM37 raus! Applause und Daumen hoch! Nochmal super Hamburg!

Die Beine sind schwer wie Blei. Die Füße brennen wie Feuer. Mit dem allerletzten Einsatz schlurfe ich durch Harvestehude. Fast 5km stehen noch an! Wird es reichen? Ich gebe alles! Der Triumpf ist zum greifen nahe. Ich muß jetzt nur die Nerven behalten und durchlaufen. KM38 in 4:20min reicht vollkommen. 2:39:55 die Gesamtzeit. 20 Minuten für 4,2km. Egal wie weh jetzt alles tut, wenn ich das noch in den Sand setze, dann werde ich mir das nie im Leben verzeihen.

Die Außenalster ist erreicht, das ist nicht mehr weit! Auf komm, da ist schon der nächste Marker. KM39 in 4:13min. Abartig! Wie geht das nur? Nur noch 3km zur Sub3! Aber Vorsicht! Der langgezogene Anstieg vorm Ziel kommt noch! Wir sind im Stadtteil Rotherbaum. Es wird immer mehr zur Qual. Die Oberschenkel verkrampfen immer mehr. Wie kann man so eigentlich noch laufen? Wenn die Zeit nicht so gut wäre, hätte ich schon längst nachgelassen. Aber so bleib ich dran. Hier auf dem Mittelweg wird um jede Sekunde gekämpft. KM40 in 4:24min ist jetzt nicht mehr ganz der Schnitt, aber besser als erwartet. Ich muß nur noch durchkommen!  

Es wird wieder lauter. Wir nähern uns dem Fernsehturm. Am Theodor-Heuss-Platz vorbei zum Stephansplatz. Abzweig in den Gorch-Fock-Wall. Da ist die besagte Steigung. KM41 in 4:21min abgedrückt. Jetzt heißt es noch mal einen Kilometer beißen. Das ist der Knaller zum Abschluss. Extrem! Wer glaubt, er könnte nochmal die letzten Sekunden kurz vorm Ziel rauslaufen, wird bitter erwachen. Hier geht gar nix mehr! Hier kannst du nur noch das Tempo versuchen zu halten. Was für eine Nummer! Immer noch kein Ende in Sicht. Los, weiter, weiter, weiter! Abzweig zum Sievekingplatz und immer noch rauf! Von beiden Seiten Anfeuerung, nochmal das letzte rauszuholen. Die Strecke wird eben, der Fernsehturm in Sicht. Zum letzten mal die Pace anziehen. KM42 in 4:29min gelaufen. 2:57:22 auf der Uhr. Noch 200 Meter! Die letzten Energien freisetzten. Wie geil, der rote Teppich. Der Zielbogen, der Fernsehturm. Die Zuschauer. Noch wenige Meter. Ich werd' verrückt! Ich pack das wirklich! Nochmal jubeln und dann wird die Ziellinie überquert. 2:58:11 die Endzeit!


die Steigung ist geschafft. Jetzt brennt nix mehr an.
die letzten Meter zum Ziel

links: die Steigung ist geschafft. Jetzt brennt nix mehr an.  rechts: die letzten Meter zum Ziel


Ein paar Minuten später kommt auch Jonas ins Ziel. Mit 3:03:23 ist er eine Bombenzeit gelaufen. Wir fressen uns erst mal im Verpflegungsbereich voll. Nach dem Duschen zurück in die Unterkunft. Ausruhen, entspannen. Abends zur Belohnung lecker Pizza, Schokolade und ein paar Weizen. Geil wars in Hamburg, auch wenn am nächsten Tag die Rückenschmerzen so schlimm sind, dass ich mir noch nicht mal mehr die Schuhe selbst binden kann. Alles egal, Hauptsache nach Frankfurt, Wien, Münster und Berlin, die 5. Sub3 gelaufen.


Ich werd' verrückt! 2:58:11 in Hamburg.
Grundstein für die Sub3 war die perfekte Teamarbeit bis fast km30 mit Jonas aus Dortmund. Vielen Dank nochmal

links: Ich werd' verrückt! 2:58:11 in Hamburg. 
rechts: Grundstein für die Sub3 war die perfekte Teamarbeit bis fast km30 mit Jonas aus Dortmund. Vielen Dank nochmal


Sehr gute Zielverpflegung nach dem Marathon
Abends leckere Pizza und ein paar Weizen zur Belohnung

links: Sehr gute Zielverpflegung nach dem Marathon   rechts: Abends leckere Pizza und ein paar Weizen zur Belohnung