Sonntag, 28. Dezember 2008

30.Spiridon Silvesterlauf Frankfurt

Was macht man nicht alles, um in der langweiligen Zeit zwischen den Jahren nicht ganz dem fetten Essen und den Plätzchen zu verfallen ?
Man plant nochmal einen schönen Silvesterlauf ein. Der Spiridon Silvesterlauf in Frankfurt soll ja ein echtes Highlight sein.
Anstelle sich nach dem anspruchsvollen Siebengebirgsmarathon vom 14. Dezember zu erholen, wird ein 2 wöchentliches leichtes Trainingsprogramm für den Silvesterlauf eingeschoben. Quasi ein Spagat zwischen Erholung und Training. In der ersten Woche sind nur jogging Einheiten angesagt. In der 2. Woche wird nun leicht angezogen. Mittwochs vorm Wettkampf ein kleiner Test. Ein 6km Tempodauerlauf mit je2 KM Ein – und Auslaufen. Ich kann ohne größere Probleme ein Schnitt von 4:15/km laufen. Das Ziel für den Silvesterlauf stecke ich mir also bei 42 Minuten. Donnerstags und Samstags noch je eine leichte jogging Einheit mit Steigerungen. Mehr war in der kurzen Zeit nicht möglich.

Da ich diesmal nicht vorangemeldet bin, muß ich mich sehr früh auf den Weg machen, da noch sehr viele Nachmelder erwartet werden. Verrückt wie ich bin, habe ich mir für 6 Uhr die Wecker gestellt. In aller Selenruhe gefrühstückt und Kaffee getrunken. Nochmal die Tasche gecheckt und um kurz vor 8 Uhr sitze ich schon im Auto Richtung Frankfurt. Es ist überhaupt nichts los auf den Straßen. Und so erreiche fast als erster den Parkplatz am Gleisdreieck. Der ganze Parkplatz für mich, und all die unbenutzten Dixi Klo’s. Perfekte Bedingungen. Um kurz vor neun bin ich dann auch schon in der Wintersporthalle direkt vor der Commerzbank Arena. Drinnen ist noch alles total leer, aber die Anmeldung ist schon offen. Startnummer gesichert und nun warten bis 12 Uhr.
Dank meiner Startplatz sichern Panikmache im Läuferforum, hat sich Gabi aus Kriftel auch sehr früh auf den Weg gemacht, und ist bereits um kurz nach neun in der Wintersporthalle. Sie hat tatsächlich wie versprochen Kaffee mitgebracht , so können wir plaudern und es wird nicht langweilig. Die Halle ist mittlerweile doch sehr voll geworden. Niemand will unnötig draußen in der Kälte stehen. Warmlaufen fällt diesmal wegen der Kälte auch aus. Man trifft noch ein paar Bekannte aus dem Läufer Forum und schon ist es fast 12 Uhr. Gabi hat inzwischen Unterstützung von Ihrer Familie bekommen, die extra zum anfeuern an die Strecke gekommen ist.

Es geht in den Startblock. Die Eliteläufer starten um 12Uhr und das gemeine Fußvolk um 12.05Uhr. Einen Startschuss habe ich jetzt nicht gehört. Irgendwann heißt es dann man könnte jetzt loslaufen. Dank Mika-Chip ja auch kein Problem. Es geht also los. Absolut unaufgewärmt bei Temperaturen um den Gefrierpunkt. Gleich in die vollen gehen. Das einzige was einen daran hindert ist das sehr große Starterfeld. Obwohl der erste KM vom Stadion weg, in Richtung Bahnhof Sportfeld sehr breit ist, sind die Überholmanöver aufgrund der hohen Teilnehmerzahl kraftraubend und schwierig. Vorbei am Bahnhof Sportfeld führt der Weg nun unter der Bahnlinie Richtung Mannheim durch und gleich darauf nach links parallel verlaufend der Bahnlinie Richtung Flughafen. KM1 ist schon vorbei, ich hatte eine 4:08. Vielleicht sollt man jetzt ein bischen Geschwindigkeit rausnehmen. Der erste KM hat mit Sicherheit viel Kraft gekostet. Der Weg wird nun noch enger. Es geht über die Autobahn A5. Plötzlich schießt ein Läufer raus aus der Masse an die Seite. Er dehnt die Waden. Da bekomme ich gleich einen Schreck, denn warmgelaufen hab ich mich ja auch nicht. KM 3 kommt schon, die „2“ habe ich scheinbar übersehen. Mal kurz überschlagen, KM 2 und 3 bin ich dann mit einer 4:13 gelaufen. Kann ich das durchhalten ? Ich habe doch gar nicht für diese kurzen Strecken trainiert. Eine 42’er Zeit dürfte heute an sich kein Problem sein. Nach ein paar scharfen Kurven lassen wir die Bahnlinie hinter uns, es geht in Richtung Norden. KM 4 mit einer 4:05 genommen. Nochmal eine Abzweigung nach links. Das müßte jetzt der Schwenker sein, bevor es zurück Richtung Stadion geht. Die Kontroll Zeitnahme kommt. Jetzt müßte die Hälfte der Strecke geschafft sein. Noch 5 KM das wird doch in diesem Tempo zu schaffen sein. Oder geht da noch mehr ? Ich bin in diesem Jahr keinen 10’er langsamer als 41 Minuten gelaufen. Es wäre doch der absolute Hit, wenn ich jetzt quasi ohne spezielles Training auch noch ne Zeit unter 41 laufen könnte. Abwarten und nicht in totaler Euphorie verfallen. Es ist noch ein Stück zu laufen. Wir passieren den Friedhof und auch die Tram-Bahn ist schon zu sehen. Vereinzelnd sind auch ein paar Zuschauer an der Strecke. Aber bei diesen Temperaturen war auch nicht mehr Zuschauerinteresse zu erwarten. Die A5 wird wieder überquert. Das KM Schild 7 kommt schon. Die anderen Markierungen habe ich wohl alle samt verpasst. Also wieder rechnen : auf den letzten 3 KM bin ich im Schnitt ne 3:59 gelaufen. Ja Wahnsinn ! Die SUB 41 ist machbar. Jetzt geht es wieder nach Süden. Hier sollte jetzt noch einmal eine Steigung kommen. Von vielen Läufern wurde man im Vorfeld bereits davor gewarnt. Da ist Sie nun die Steigung, auf den ersten Blick heftig, aber scheinbar kurz. Mit kleinen Schritten geht es hoch. Oben gleich nach links wieder Richtung Stadion. Was ? Das wars schon mit der Steigung ? Na prima, dann müßte ich den Rest auch noch schaffen. KM 8 mit einer 4:11 gelaufen. Noch 2 KM. Es überholt mich niemand. Ich hatte mir den Lauf gut eingeteilt. Jetzt noch unter den 2 Bahnbrücken durch dann bin ich auf der langen Zielgeraden zum Stadion. KM9 mit 3:49 ! Das ist ja wirklich verrückt. Die Uhr zeigt 36:36. Die Sub 41 schaffe ich locker, kurz schießt mir noch der Gedanke einer Sub 40 in den Kopf, aber dazu müßte ich jetzt im Schlußspurt eine 3:23 laufen und das ist absolut unmöglich. Also Tempo beibehalten und den letzten KM zu ende laufen. Aber wie das immer so ist, der letzte KM zieht sich ewig. Das Ziel will einfach nicht näher kommen. Plötzlich taucht auf der Strecke Michel Descombes, der gebürtige Franzose auf. Er heitert die Läufer auf. „haltet durch“ steht auf dem Schild des Läuferkult Paradiesvogels. Klasse dieser Typ. Daumen nach oben. Der ist aber auch überall denke ich mir noch. Jetzt endlich der Zieleinlauf. Gute Stimmung vor der Wintersporthalle. Gleich hab ich es geschafft. Und durch………Zeit 40:34. Das ist jetzt wirklich eine Überraschung für mich. Dass es so gut läuft, hätte ich nicht gedacht. Dementsprechend bin ich super zufrieden und geniese die Zielatmosphäre. Es gibt heute Blechweise Streuselkuchen für die Teilnehmer. Klasse. Gleich mal einen reingestopft und ein Apfelmixgetränk dazu. Die Versorgung im Zielbereich ist hervorragend. Es gibt noch warmen Tee und Bio Bananen vom BioRunner.

Eine sehr schöne Veranstaltung, die trotz der hohen Teilnehmerzahl (ich schätze mal weit über 2000), eine schöne Sache zum Jahresausklang war.